Wir alle kennen das... kaum kommt man von einem Shooting heim, will man sofort die Bilder betrachten.
Meine ersten drei Schritte sind:
1. Jogginghose anziehen
2. PC hochfahren
3. Kakao machen
2. PC hochfahren
3. Kakao machen
Punkt 1 und 3 sind sehr wichtig, damit das ganze auch gemütlich ist. Dass Punkt 2 wichtig ist, brauche ich nicht zu erklären ;)

Nachdem der PC dann endlich hochgefahren ist, kommt sofort die SD-Karte aus der Kamera in den Kartenleser und die Bilder werden per Lightroom auf den PC gezogen und automatisch importiert.
Hierbei habe ich die ganz einfache Ordnerstruktur nach Jahr, Monat und Tag gewählt. Die Dateien bekommen einfach das Datum als Dateinamen.
Verschlagwortung wäre mal ganz sinnvoll, jedoch war ich bisher zu faul dazu.
Ich sollte damit anfangen.
Morgen.

Während dem Import hat man Zeit, einen großen Schluck Kakao zu nehmen, oder gleich neuen zu machen, falls es mal wieder länger dauert...
Nun schaue ich mir alle Bilder in der Einzelansicht an, um zu entscheiden, wer in die nächste Runde kommt. Hierbei werden alle Fotos, die mir gefallen, mit der Taste >H< markiert (weißes Fähnchen). Bin ich mit den Fotos durch, schaue ich mir nur noch die nun eben markierten Fotos an. Hier wird wieder mit der Taste >H< jedes Bild wieder abgewählt, was nicht gut genug ist, um in dieser Auswahl zu bleiben.
Meistens bleiben auf diese Weise unter 10 Fotos übrig.
Denkt dran: Ist der Kakao leer, neuen machen!

Nächste Runde: Mit den Bildern im Entwicklungsmodul rumspielen. Bei Presets gibt es ja gespaltene Meinungen - viele sagen, dass man hiermit nicht seinen eigenen Stil entwickelt, Lightroom nicht richtig ausnutzen kann,... aber ich bin der Meinung, dass sie einfach nur saupraktisch sind. Ich habe mittlerweile so viele Presets, sowohl selbstgebastelt, wie auch runtergeladen.
Ich weiß aber auch, was die einzelnen Einstellungen in Lightroom bewirken und kann sie auch "manuell" bedienen und ein Bild ohne Presets bearbeiten. Es ist also kein "blindes" Nutzen.
Ich habe einen Ordner voll mit "Shortcuts": Also z.b. "Entrauschen schwach", "Entrauschen mittel" und "Entrauschen stark". Oder diverse Gradiationskurven. Oder... ja ihr merkt, ziemlich viel ;)
Aber auch Presets mit "Komplettänderungen" wende ich gerne an, meistens als Grundlage für die weitere Bearbeitung. Außerdem sieht man im kleinen Vorschaufenster noch vor dem Klick, wie das Bild aussehen wird. So kann ich direkt sehen, welche Bearbeitungsrichtung mir bei diesem Bild gefällt.
Manchmal bin ich mit wenigen Klicks schon zufrieden, bei anderen Bildern wird länger "gebastelt".
Sehr wahrscheinlich sehen die Bilder an dieser Stelle schon fast so aus, wie sie später fertig bearbeitet aussehen werden, denn die nächsten Änderungen sind nur noch Details. Je nachdem Entrauschen, Schärfen, Ränder abdunkeln, Feinabstimmung der ganzen Einstellungen...
Ich wechsel oft gerne zwischen den Bildern, damit ich Abstand zum vorher bearbeiteten Bild bekomme. Manchmal schließe ich einfach das Programm (Lightroom speichert ja alles direkt ♥) und schaue erst wieder Tage später rein.
Wenn ich mit allem anderen zufrieden bin, kommen die Bereichsreparatur und der Korrekturpinsel zum Zuge. Hier kann man ja so viel machen... Pickel entfernen, Augen aufhellen, generell aufhellen & nachbelichten,...
Nur manchmal dreht ein Foto dann noch die letzte Runde durch Photoshop. "Größere" Reparaturen wie störende Haare entfernen, einen BH-Träger unsichtbar machen oder gar die Hautfarbe partiell zu ändern (bspw. aufgrund farbiger Reflexionen).
JETZT schneide ich das Bild zurecht, wenn ich es nicht schon längst getan habe. Aber warum erst jetzt? Warum nicht schon zu Anfang?
Erinnert ihr euch noch an diesen Artikel? Bei Lightroom geht der Rand ja nicht verloren, wenn man schon zu Anfang beschneidet. Allerdings vernachlässigt man ihn beim Bearbeiten und Retuschieren, was man beim erneuten Beschneiden eventuell nachholen muss. Jedenfalls hat es sich bei mir bewährt, dass ich meistens erst fertig bearbeite und dann den finalen Zuschnitt mache.
Als nächstes wird das Bild mit einer grünen Markierung versehen - dann seh ich direkt, dass dieses Bild fertig bearbeitet ist :)
Doch mein Workflow ist noch nicht fertig - die Bilder müssen irgendwie aus Lightroom rauskommen!
Zum Exportieren habe ich mir ebenfalls diverse Exportpresets angelegt. Ein sehr praktisches Addon, was ich auch per Spende unterstützt habe ist LR/Mogrify 2.
Eines meiner Presets heißt ganz schlicht "Blog". Was tut dieses Preset?
- Bildbreite auf 800px reduzieren, Bildhöhe ist auf maximal 900px gesetzt.
- unten einen weißen Rand von 30px anlegen und mein grünes Wasserzeichen in die Ecke setzen
- Dateigröße auf 300kB begrenzen
- nachschärfen mit USM (ganz wichtig :) )
- unten einen weißen Rand von 30px anlegen und mein grünes Wasserzeichen in die Ecke setzen
- Dateigröße auf 300kB begrenzen
- nachschärfen mit USM (ganz wichtig :) )
![]() |
| Die Einstellungen fürs Schärfen unter Mogrify kann ich nur empfehlen! |
Das Bild landet dann automatisch in meinem Blog-Ordner.
Natürlich habe ich noch weitere Exportpresets, unter anderem "Vollauflösung", "900px mit Logo", "900px ohne Logo", "1200px", "MK",... außerdem kann man auch direkt zu Flickr importieren, was ich ebenfalls gerne nutze :)
Auf diese Weise entstehen die Bilder, die ihr hier in meinem Blog findet. Für manche Bilder (wie meinen Kakao ♥) brauche ich nur wenige Minuten, für andere Bilder gehen Stunden drauf.
So, fertig ist dieser kleine Einblick in meine Welt :)



Nett geschrieben. Da ich gerade erst mit LR3 anfange bin ich für jeden Ansatz dankbar. Sind eine nützliche Sachen bei vom Ablauf her. Habe auch dieses Video Tutorial gefunden: http://www.galileodesign.de/presse/pressemeldungen/gp/pmID-75 ist zwar für LR1 aber die Grundzüge haben sich ja nicht geändert.
hat spaß gemacht zu lesen. der anfang ist bei mir ähnlich. ich mache mir tee und ziehe ne jogginghose an.
allerdings habe ich noch nie mit presets gearbeitet. ich mache immer noch sehr viel in photoshop und bearbeite in lightroom eigentlich nur die vignette und den bildschnitt.
zeit dass zu ändern! danke für deinen tipp. das erleichtert bestimmt vieles!
speichere ich mir unterm lesezeichen, ich bekomm lightroom von einem bekannten von mir gesponsert <3 und freu mich schon sehr drauf. wuhu!
:)
Die Studentenversion von LR3 kostet zZt übrigens nur noch 35€ bei Amazon!
*___* Wuaaahhh... warum arbeite ich nur so umständlich?!? Ich will auch Lightroom!
Wenn Lightroom die bearbeiteten Bilder immer automatisch speichert, bleiben die "Roh-Dateien" doch erhalten, oder? Kann man dann dort angeben, wo er es abspeichert? (Am Schluss hast du ja geschrieben, dass du deine Blogbilder an einem separaten Ort speicherst.)
Also wenn Lightroom wirklich soviel tolle Sachen kann, dann bin ich wirklich versucht, mir das auch herzutun. :)
Vielen Dank für den tollen Ablauf.
Christina
Jaja, der Kakao ist sehr wichtig ;)
Sehr interessant zu lesen. Mit Markierungen sollte ich vlt. auch mal arbeiten^^
Lightroom haeb ich aber sowieso gerade erst als Testversion runter geladen und bin zwar fasziniert von den vielen Möglichkeiten, steige aber auch noch nciht so ganz druch und bin genervt davon, dass es bei mir auf dem PC so schlecht läuft, weil mein Arbeitsspeicher einfach noch hinterm Mond wohnt.
Ich bin dir so dankbar für deine Tutorials; die sind echt immer so hilfreich. Allerdings kommt mir doch eine Frage auf. Wo finde ich die Presets?
Hallo liebe Jenny, bin über deviantART auf deinen Blog gestoßen und es gefällt mir außerordentlich hier :-) Werde wohl noch ein wenig bleiben und stöbern. Liebste Grüße, Katja